Haben Sie Punkte in Freiburg?

Nicht nur Deutschlands Autobahnen sind gefährlich – auch auf den Radwegen des Landes herrscht offenbar das Chaos. Dies soll sich nun ändern: Nach dem Vorbild des Kraftfahrt-Bundesamtes soll in Freiburg eine neue Behörde entstehen, die Verstöße von Fahrradfahren ahnden soll. Das neue Amt wird laut Gesetzesentwurf eine Zentralkartei führen, in der die Übertretungen mittels Punkten erfasst werden sollen.

Da es keine Fahrrad-Führerscheine zum Einziehen gibt, sollen althergebrachte Methoden angewandt werden, um die Fahruntüchtigkeit zu signalisieren: „Schwarze Männer“ sollen die Delinquenten auf Schritt und Tritt verfolgen. Diese Personen sind einfach durch ihre schwarze Kleidung und eine Melone als Kopfbedeckung zu erkennen. Diese bereits im Mittelalter zur Geldeintreibung verwendete Methode wurde 1994 verboten, da sie Schuldner in psychische Zwangssituationen bringen würde. „Genau das wollen wir aber mit dieser Methode erreichen“ so Frederick Frinkelman, der designierte Chef der neuen Behörde. „Jeder soll sehen, dass ein Verkehrsteilnehmer eine Gefahr für die Bevölkerung darstellt. Wenn Ihnen also ein Radfahrer entgegenkommt, der von einem Mann im schwarzen Anzug verfolgt wird, wechseln Sie besser die Straßenseite, oder verstecken Sie sich in den umliegenden Hauseingängen.“

Die Bestrafung soll in mehreren Stufen erfolgen. Beim Erreichen von 10 Freiburger Punkten etwa soll die Verfolgung 3 Monate dauern. Bei einer Trunkenheitsfahrt oder eines Verkehrsunfalls mit Personenschaden ein bis zwei Monate.

Finanziert werden sollen die „schwarzen Männer“ durch die neu einzuführende Fahrrad-Steuer, die in Form einer Haushaltsabgabe von jedem Haushalt eingezogen werden soll. Da davon ausgegangen werden kann, dass jeder Haushalt mindestens ein Fahrrad besitzt, werden die Gebühren von 22,95 € direkt vom Lohn einbehalten.

Freiburg Heute hat sich auf den Rad -und Fußwegen der Stadt umgehört und ein paar Meinungen gesammelt.

So meint beispielsweise die 69-jährige Anneliese S. aus Herdern: „Das finde ich sehr gut, dann merken diese Karacho-Studenten mal, dass sie sich nicht alles erlauben dürfen, bloß weil sie stramme Waden und ein schnelles Rad haben. Die fahren einen ja sonst über den Haufen. Vielleicht könnte man grundsätzlich ein Rad-Verbot für Studenten einführen?“

Mike-Leon M. (19) aus St. Georgen hält wiederum von der Idee gar nichts. „Das bringt doch nix. So schnell, wie ich fahre, hänge ich doch jeden schwarzen Mann sofort ab, und ich fänd’s außerdem prima, wenn die anderen Radfahrer Angst vor mir hätten und mir aus dem Weg gehen. Nee, da muss man sich schon ’ne andere Strafe überlegen, eine, die wirklich weh tut, Playstation-Verbot oder so.“

Annegret Dorothea L. (37) aus dem Vauban gibt zu bedenken, dass „die Bezeichnung ’schwarzer Mann‘ aus genderfokussierter Perspektive ganz schön fragwürdig“ sei und schlägt vor, die Personen als „schwarzes X“ zu bezeichnen: „Das klingt dann ein bisschen wie ‚Akte X‘, ist doch aufregend.“

Insgesamt scheinen Fußgänger und Radfahrer in der Stadt eher gelassen auf die geplanten Sanktionen zu reagieren. Ob dies so bleibt, wenn die Freiburger Punkte tatsächlich eingeführt werden, wird sich zeigen.

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