Freiburger Fahrradtunnelprojekt holt Mehdorn

Nach den Erfolgsprojekten „Deutsche Bahn“, „Air Berlin“ und dem Flughafen BER scheint sich Hartmut Mehrdorn nun das nächste prestigeträchtige Projekt sichern zu wollen – jetzt soll der Topmanager das 100-Millionen-Großprojekt „Freiburg Unter“ noch 2015 zum Erfolg führen.

Mehdorns Rücktritt bei BER kam überraschend für die Mitglieder des Aufsichtsrates, als er die Konsequenzen zog. „Die lassen mich einfach nicht so wie ich will“, soll er auf der Pressekonferenz gesagt haben. „Wissen Sie, ich habe da ja Erfahrung. Ich habe konsequent versucht, das zu machen, was ich immer mache, und jetzt sagen die da etwas von ‚zerstörtem Vertrauen‘ – Lächerlich!“.

Nun wurde Mehdorn offenbar von der Bau- und Betriebsgesellschaft Freiburg Unter eingekauft, um das Projekt in Rekordzeit durchzuführen. Während einer Planungssitzung am Freitag wurde eine Verdoppelung des Budgets auf 200 Millionen, mit Option auf weitere 100 Millionen, beschlossen. Dies sei unbedingt notwendig, um eine Fertigstellung bis Ende 2015 zu garantieren. Herr Mehdorn beharrte außerdem darauf, dass provisorisch ein Rettungsschirm mit Hebelwirkung geschaffen werde. Hiermit solle das während der Sitzung auf 500 Millionen angewachsene Budget auf 2,5 Milliarden gehebelt werden können.

Während der Sitzung des Planungsausschusses, die bis in die Nacht lief, requirierte Mehdorn seinen früheren Konkurrenten Edmund Stoiber, der sich um einen neubeschlossenen Stechtunnel zum Stuttgarter Hauptbahnhof kümmern soll. Als ein Journalist aus Versehen ein Mikrophon in Stoibers Richtung hielt, erfuhr die Öffentlichkeit mehr von diesem Teilprojekt: „Ääääääh, ja, also mit Ihrem Fahrrad, in dem Tunnel, und das schon im, äääähm, Jahr 2020, also das ist, also, als ob sie mit Ihrem Fahrrad direkt in Stuttgart, also von Freiburg aus, und das in nur 10 Minuten! Stellen Sie sich, also stellen Sie sich das mal vor! Und das alles bei einem Budget von nur 8 Milliarden!“

Ein Schreiben, in dem Mehdorn zudem einen Tunnel bis nach Mallorca fordert, liegt der Redaktion vor. Die Idee sei, „Freiburg Unter“ als europäisches Infrastrukturprojekt zu klassifizieren, um Zuschüsse der EU zu erlangen, um das Budget von 14 Milliarden auf insgesamt 22 Milliarden bis 2025 zu erhöhen. Ob dieser Tunnel mit der „wunderschönen Finca im mallorquinischen Hinterland“ zu tun hat, die Mehdorn im nächsten Satz erwähnte, ist uns bisher nicht bekannt.

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