Neues Tourismushighlight: Hysterische Stadtführungen

Nach den beliebten historischen Stadtrundgängen, bei denen unter anderem mittelalterliche Nachtwächter, Henker oder Totengräber durch die Stadt führen, hat Freiburg demnächst ein neues Angebot für Besucher: Hysterische Stadtführungen.

Elmar Bröcklenstein vom Freiburger Tourismusverband erklärt das Konzept folgendermaßen: „Unsere Gesellschaft beruht ja darauf, immer stromlinienförmig zu funktionieren und nicht aufzufallen. Dabei haben wir doch alle den Traum, mal so richtig auszuflippen: Laut rumschreien, kreischen, toben – bei unseren hysterischen Stadtführungen ist das nun möglich.“ Die Aufgabe der geschulten Stadtführer sei es, gleichzeitig die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zeigen und durch besonders egozentrisches Verhalten aufzufallen, zu amüsieren, vom Alltagsstress abzulenken und außerdem ihre Gäste zum Ausflippen anzuregen. „Wir bieten spezielle Ausbildungsworkshops für unsere Mitarbeiter an“, erklärt Bröcklenstein: „‚Richtig schreien‘ ist dabei ein Basiskurs, während die ‚Kunst des albernen Gehens‘ schon für Fortgeschrittene gedacht ist.“

Unterstützung bei ihrer Ausbildung erhalten die künftigen hysterischen Stadtführer unter anderem auch von Schauspielern des sogenannten Urschreitheaters, das seit dieser Spielzeit in Freiburg aufgeführt wird (wir berichteten). Der Freiburger Tourismusverband erhofft sich durch dieses Angebot nicht nur ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal, sondern auch größeres Interesse der Jugendlichen an Stadtführungen. Diese reagierten bei einer Umfrage, die die Redaktion durchführte, aber eher verhalten. Der sechzehnjährige Mechatronikazubi Horst-Kevin Schabronzki, den wir auf dem Weihnachtsmarkt treffen, meinte beispielsweise: „Was soll ich mir so ’ne kreischende Alte da angucken? Da geh ich einfach zu meiner Mutter, das kostet weniger.“ Dennoch sollen die hysterischen Stadtführungen im neuen Jahr in das Touristikangebot aufgenommen werden.

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