Keine Steuern mehr in Freiburg?

„Von der IT-Industrie lernen heißt siegen lernen.“ – so, oder so ähnlich müssen die vorherrschenden Gedanken in der Stadtversammlung gelautet haben, als in der letzten Sitzung die Bewerbung als Modellregion für das Freemium-Steuer-Prinzip beschlossen wurde.

Die Landesregierung hatte Anfang des Jahres einen Feldversuch ausgeschrieben, bei dem in einer Versuchsregion die Auswirkungen des Freemium-Prinzips, das man auch als „Free2Play“-Modell bei Computerspielen kennt, auf die Gesellschaft erforscht werden soll. Hierbei sollen in Zukunft keine Steuern mehr erhoben werden, der Bruttolohn ist ergo gleichzeitig der Nettolohn. Um den Staatshaushalt zu finanzieren, wird jedoch auf sogenannte „Micropayments“ umgestiegen. Das heißt, dass jede Leistung, die man vom Staat, dem Land oder der Kommune in Anspruch nehmen möchte, an eine kleine Gebühr gebunden wird. So werde beispielsweise das Überqueren einer Ampelkreuzung an eine Gebühr von 50 Cent gebunden. „Der Kunde kann dann einfach eine 50-Cent-Münze in den Ampelkasten werfen, damit die Ampel auf Grün schaltet“, so der Sprecher der Firma „Citizen Collect“, die für die Umsetzung verantwortlich sein wird. „Wenn man es besonders eilig hat, kann man auch einen Euro einwerfen, dann wird die Ampel garantiert in den nächsten zehn Sekunden grün.“ Auch in den Schulen soll es Veränderung geben: „Schüler werden beim Betreten der Schule einen kleinen Betrag in ein Körbchen werfen müssen, damit sie durch das Drehkreuz treten können.“

Kritik an diesem Prinzip hält die Firma für fehl am Platz. „Wo ist denn der Unterschied zur Autobahnmaut oder Verwaltungsgebühren?“, so der Sprecher. „Wir machen das Steuersystem einfach ehrlich. Jeder zahlt nur noch das, was er nutzt. Keiner zwingt die Bürger dazu, etwas zu bezahlen. Sie können natürlich auch warten, bis jemand anderes die Ampel bezahlt. Oder halt so rüber gehen, dann sollten sie aber genug Kleingeld für die Notaufnahme dabei haben.“

 

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