Premiere: Urschreitheater nun auch in Freiburg

Pünktlich zum Beginn der neuen Spielzeit feiert ab 1. November eine Novität in Sachen Theater in Freiburg Premiere: das sogenannte Urschreitheater. Nach dem Vorbild des 2009 in Reykjavík uraufgeführten Forn-ÓpLeiklist wird der gefeierte Regisseur Hallgrimurson Eyjafjallajökull Hallgrimursonson nun auch am Freiburger Stadttheater in die Kunst des Urschreiens einführen.

Bei dieser speziellen Form des Theaterspielens, die Hallgrimursonson in den Achtzigern entwickelte, gestaltet sich der Dialog zwischen den Schauspielern ebenso wie der Dialog mit dem Publikum ausschließlich durch gutturale Schreie. Die dadurch entstehende Anspannung, bisweilen sogar Aggression, wird dann während des Spiels durch Kampfeinlagen verarbeitet – beim klassischen Urschreitheater besteht das Bühnenbild lediglich aus einem Boxsack. Grundsätzlich besteht auch für das Publikum die Möglichkeit, diesen zu bearbeiten – ebenso, durch eigene Schreie den Verlauf dessen, was auf der Bühne vor sich geht, zu verändern.

„Urschreitheater ist sozusagen die einfachste Form des Improtheaters“, so Hallgrimursonson. „Schreien kann jeder – man muss nur einen Grund dafür finden. In Island zum Beispiel war das Forn-ÓpLeiklist  besonders beliebt während der Finanzkrise – in Reykjavík alleine waren die Vorstellungen auf Wochen hin ausgebucht.“ Die Tatsache, dass Deutschland nun ebenfalls wieder kurz vor einer Krise stehe, bewertet der Regisseur als durchaus positiv für die Resonanz auf seine Theaterkunst.

„Die Hauptsache beim Urschreitheater“, erklärt Hallgrimursonson im Interview weiter, „ist die körperliche Verfassung – man muss es aushalten können, mindestens 90 Minuten am Stück zu schreien.“ Deshalb seien für diese Theaterform vor allem ehemalige Opernsängerinnen und -sänger gefragt. Auch für das Publikum müsse vorgesorgt werden – in den Pausen, so der Plan, werden statt Sekt und Kanapees vor allem heißer Kräutertee und Rachengold-Bonbons gereicht. Ebenfalls architektonisch musste sich das Freiburger Theater besonders gut auf das isländische Gastspiel vorbereitet. Die bisherige Schallisolierung reicht laut Aussagen des städtischen Bauamtes nicht aus, um umliegende Gebäude wie beispielsweise die neu erbaute Universitätsbibliothek vor übermäßigen Lärmbelastungen zu schützen.

Das Theater nimmt die mit einem Umbau verbundenen Kosten jedoch gerne in Kauf, und auch die Stadt Freiburg zeigt sich stolz, diese revolutionäre Schauspielkunst nun auch zum ersten Mal in Deutschland beherbergen zu dürfen. Aus diesem speziellen Anlass wird Oberbürgermeister Salomon  Gerüchten zufolge sogar so weit gehen, die Stadt für die Dauer des Gastspiels offiziell in „Schreiburg“ umzubenennen. Dies könnte jedoch vom Bund der Steuerzahler kritisch aufgenommen werden, da die Kosten für den Austausch aller Verkehrsschilder in die Millionenhöhe steigen könnte. Regisseur Hallgrimursonson dagegen zeigt sich über diese mögliche Anerkennung erfreut und verspricht den Bürgern vorab: „Ab Samstag gibt’s ordentlich was auf die Ohren!“

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