Grenzen der Inklusion?

Es ist ein heikles Thema, das derzeit Politiker, Schulamt, Eltern und Lehrer umtreibt.

Die von der Grün-Roten Landesregierung oktroierte, völlige Inklusion des Schulunterrichtes in Baden-Württemberg scheint an ihre Grenzen gelangt zu sein. In Freiburg wehren sich Mitglieder des Lehrerkollegiums sowie des Elternbeirates gegen die bedingungslose Aufnahme auch noch der letzten Problemfälle.

Konkret entzündet hatte sich die Debatte an der Forderung einer im Stadtteil Herdern ansässigen Familie, die bereit ist, rechtlich zu erzwingen, dass ihre beiden Kinder das Kepler-Gymnasium in Freiburg besuchen dürfen. Das Problem: Beide Kinder sind Lehrerkinder. Aufgrund dieser besonderen Belastung war es ihnen bisher verwehrt,  mit ihren Altersgenossen auch bildungstechnisch Schritt zu halten. Einen ähnlichen Fall gab es bereits im letzten Jahr, als eine alleinerziehende Psychotherapeutin aus Freiburg-Wiehre vergeblich auf der Aufnahme ihres Sohnes an der Schule bestand.

„Wir unterstützen den Inklusionsgedanken prinzipiell uneingeschränkt,“ ließ der verantwortliche Schulleiter  Wolfgang F. auf einer Pressekonferenz vernehmen. F. wies darauf hin, dass die Schule schon lange vor Inkrafttreten der neuen Richtlinien bereits Schmuddelkindern und Ausländern den Besuch der Schule gestattet habe. „Sogar drei Kevins haben wir schon bis zum Abitur begleitet,“ verkündete der Schulleiter stolz. Dies sei natürlich nur durch persönliche und intensive Betreuung möglich gewesen. Doch beim Thema Lehrerkinder sei es einfach notwendig, „eine Grenze zu ziehen.“ Man könne es den anderen Schülern nicht zumuten, auf Dauer durch Lehrerkinder zurückgehalten, belästigt, oder negativ beeinflusst zu werden.

Dass er von Vorurteilen beeinflusst wäre, möchte der Schulleiter nicht gelten lassen. Mit Tränen in den Augen offenbarte er: „Ich weiß, wovon ich rede – meine eigenen Kinder sind auch Lehrerkinder.“ Dies gelte auch für einige seiner Kollegen.

Das betroffene Schweigen, das auf diese Mitteilung folgte, wird jedoch nicht lange anhalten. In Stuttgart wurde eine Sondersitzung des Landtages einberaumt, während wütende Bürger landesweit schon damit begonnen haben, Schilder zu malen.

Gastbeitrag von JW

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