Zeit wird knapp – Wie lange wollen Sie leben?

In Wissenschaftskreisen macht diese Erkenntnis schon seit ein paar Wochen die Runde: Die Zeit wird knapp. Die Auswirkungen sind allerdings erst in diesen Wochen spürbar. Ist Ihnen aufgefallen, dass die Tage kürzer scheinen? Dass sie Ihre ToDo-Listen einfach nicht mehr schaffen, obwohl es noch vor 3 oder 5 Jahren kein Problem war? Die noch recht junge Wissenschaft der Zeitforschung beschäftigt sich mit dieser Problematik. Professor Schimmelbink der Universität Karlsruhe hierzu: „Dieser Effekt ist bereits seit 20 Jahren beobachtbar, die Wirtschaftskrise wirkt allerdings wie ein Katalysator. Die Tage werden nicht nur gefühlt kürzer, die Zeit fehlt einfach.“

Während der Wirtschaftskrise wurden viele Zeitfabriken auf Kurzarbeit umgestellt, manche Unternehmer waren gar gezwungen, ihre Firma aufzugeben. Entgegen der kursierenden Verschwörungstheorien klingt Prof. Schimmelbinks Erklärung simpel: „Wir leben in Zeiten der Mengenverwaltung. Die vorhandene Zeit wird nach dem Konzept der Zeitneutralität fair auf alle Bürger aufgeteilt. Dies bedeutet, dass jeder Bürger die gleiche Menge an Zeit zugeteilt bekommt, unabhängig von Geschlecht, Beruf, Ethnie oder Religionszugehörigkeit.“

Lebenszeit als Handelsware?

An anderen Orten der Welt werden andere Konzepte ausprobiert. Dank der von Edward Snowden veröffentlichten NSA-Dokumente wurde aufgedeckt, dass in den USA zwei Versuchsregionen existieren, in denen die Zeitneutralität zu Gunsten eines Marktwirtschaftlich orientierten Systems aufgegeben wurde. Die Zeit wird hier nun in der Basiseinheit Stunden an der TimeDAQ gehandelt. Die Preise belaufen sich zwischen $ 5,10 bis $ 5,70, je nach Qualität. Bereits am ersten Handelstag wurden mehrere Personen zu Zeitmillionären. Eine Gruppe von Obdachlosen kam auf die Idee, 30 Jahre ihrer Lebenszeit an der Börse zu verkaufen. „Wir werden zwar nicht älter als 40, dafür leben wir nun in Saus und Braus“, so der Sprecher der Gruppe.

Andere Länder experimentieren mit alternativen Lösungen. Uganda stellte zum Jahreswechsel vom 24- auf den 18-Stundentag um. Volkswirtschaftler vermuten bereits, dass sich in den nächsten Jahrzehnten ein Zeitgefälle beobachten lassen wird. Während die gemittelte Lebenszeit in der nördlichen Hemisphäre pro Kopf eher zunehmen würde, sei zu erwarten, dass auf der südlichen Halbkugel die Lebenserwartung weiter sinken wird. Die neugegründete UNTO (United Nations Time Organisation) denkt bereits darüber nach, Transferprogramme einzuführen und begann in den vergangenen Wochen damit, Zeitspenden entgegen zunehmen.

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