Erster „Kill it yourself“-Supermarkt eröffnet in Freiburg

Im Freiburger Stadtteil Vauban kann der konsumbewusste Kunde ab 1. Mai Einkaufen der ganz besonderen Art erleben: Pünktlich zur Grill-Saison öffnet dort Deutschlands erster „Kill it yourself“-Supermarkt seine Tore. Künftig können sich die Freiburger dort mit biologisch hochwertigen und ökologisch einwandfreien Fleischprodukten versorgen, die sie zuvor selbst erlegen und ausweiden dürfen.

Nach dem Vorbild einer niederländischen Kette erhoffen sich die Betreiber Susanne Röhling-Kessel und Ruit van de Bimmel von dieser Art des Event-Shopping nicht nur zufriedene Kunden, sondern auch didaktische Erkenntnisse für Groß und Klein. „Früher war es normal, sein Vieh selbst zu füttern, zu misten und auch zu schlachten“, so Röhling-Kessel. „Unsere Gesellschaft hat das aber total verlernt. Mit ‚Kill it yourself‘ geben wir den Konsumenten  ein Stück Autonomie und Ursprünglichkeit wieder.“

Die Idee ist denkbar einfach: Ein Supermarkt, der nur lebende Tiere verkauft, die dann vor Ort und unter professioneller Anleitung artgerecht getötet und zerlegt werden können. So bekommt jeder wirklich das, was er will. Das nötige Equipment kann nach Wunsch entweder selbst mitgebracht oder vor Ort gemietet werden.

Gerade hier in Freiburg, so glaubt die studierte Sozialpädagogin Röhling-Kessel, wird das Konzept großen Anklang finden. „Wo, wenn nicht hier verstehen die Leute noch etwas von selbstbestimmtem Konsum? Unser Supermarkt ist die Perfektion der „Do-it-yourself-Kultur.“ Ruit van de Bimmel, Gründer der niederländischen Mutterkette „Dood het zelf“, fügt hinzu: „Nirgendwo in Deutschland ist der Boden so fruchtbar für ökologische Innovation wie hier.“

Gerade für den Freiburger Nachwuchs hat der Unternehmer ganz besondere Angebote: „Damit auch die Kinder von unserer Idee profitieren, bieten wir unter Aufsicht von geschulten Pädagogen und Metzgern regelmäßige Schlachtworkshops an.“ Dass die Kleinsten dabei auch verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen lernen, versteht sich von selbst: „Jedes Teil vom Tier wird verwertet“, beteuert van de Bimmel. „Aus den Kuhschwänzen basteln wir hübsche Mobile, und die Schweinsblasen werden schonmal für die nächste Fasnetssaison getrocknet und aufgeblasen.“ Kill it yourself – ein Erlebnis für die ganze Familie.

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